Lange ist es her, dass ich einen persönlichen Blogpost geschrieben habe. Ich habe es vermisst und so oft darüber nachgedacht. Aber ich möchte ganz ehrlich zu dir sein, mir fehlte es entweder an der Zeit dafür, oder an der nötigen Energie. Oder beidem. Es gibt solche und solche Phasen im Leben und in den letzten Monaten war einfach super viel los. Diese Zeiten kennst du bestimmt auch, oder?
Meinen letzten, etwas persönlicheren Post schrieb ich im April letzten Jahres. Das ist über ein Jahr her, wow! Deshalb erzähle ich dir nun einfach mal, was seitdem so passiert ist.
Seit Mitte März letzten Jahres war ich krank geschrieben. Ich hatte einen Teilzeitjob in einer Kita, den ich grundsätzlich gerne gemacht habe und in dem ich auch ganz gut war. Aber ich hatte auch noch immer so einiges, was mit meiner Psyche nicht in Ordnung war und entschied mich deshalb, mir eine Grenze zu setzen. Damals hätte ich nicht gedacht, dass ich über ein Jahr lang krank geschrieben sein werde, aber so hat es sich eben ergeben. Im Mai und im Juni verbrachte ich einige Wochen in einer Klinik im Schwarzwald. Ich habe mich jahrelang vor solch einem Aufenthalt gedrückt, kann aber rückblickend sagen, dass mir die Zeit dort sehr gut tat. Ich habe es endlich geschafft, einmal runter zu kommen, mir Zeit für mich zu nehmen und ein bisschen über das ein oder andere nachzudenken. Aber ich stellte dort auch fest, dass ich nicht einfach „nur“ ein Burnout und eine Depression habe. Ich musste erkennen, dass mein bisherigen Leben zwar schön war, aber auf keinen Fall so perfekt, wie ich es mir eingeredet habe. Es sind immer mehr Themen aufgetaucht, die alles andere als perfekt liefen, ich habe mich plötzlich mit dem Thema eines Traumas und des Verdrängens auseinandergesetzt und allgemein angefangen, mein ganzes Weltbild zu hinterfragen. Und das tue ich bis heute. Dieser Prozess wird noch dauern, aber ich bin auf einem guten Weg. Ich könnte dir nun einen langen Blogpost über meine Psyche schreiben, aber das würde etwas den Rahmen sprengen. Vielleicht ein anderes Mal.



Denn es gab natürlich noch mehr, dass in den letzten Monaten passiert ist. Da ich nicht mehr arbeiten ging, hatte ich plötzlich mehr Zeit. Gelangweilt habe ich mich aber nie. Ich wollte wirklich an mir arbeiten, deshalb habe ich mich viel selbst therapiert, bin zur Gruppen- und zur Einzeltherapie gefahren. Ich habe weiterhin Instagram gemacht, habe viel gegärtnert, gelesen und auch Holly, ein kleiner weißer Schäferhund, der mittlerweile ziemlich groß ist, ist eingezogen.
Meine Tage waren also gut gefüllt. Auch in Schweden war ich noch zwei Mal. Schweden sollte schon bald noch eine viel größere Rolle in meinem Leben spielen. Denn seit März besitze ich dort nun ein Haus.





Schon seit meine Geschwister und ich klein waren, sind wir in den Ferien regelmäßig nach Schweden gefahren. Wir haben dort Verwandtschaft und fühlten uns mit diesem Land schon immer verbunden. Schon damals sagten wir, dass es schön wäre, dort ein Haus zu haben. Wir sind dem aber nie weiter nachgegangen. Jetzt, einige Jahre später, sprachen meine Eltern und ich immer mal wieder darüber, ob man diesen Gedanken nicht nochmal verfolgen sollte. Wir schauten uns ein bisschen um und entdeckten schließlich ein Haus, dass unseren Kriterien entsprach. Ziemlich spontan, im Februar, reisten wir nach Schweden um dieses zu besichtigen. Und kurze Zeit später stand fest, dass wir zusammen dieses Haus kaufen wollen. Natürlich musste noch ein bisschen was organisiert werden und auch im und am Haus gibt es einiges zu tun. Aber es ist wunderschön gelegen und ist für mich schon jetzt zu einem weiteren Zuhause geworden. Ich werde zu dem Haus demnächst nochmal einen extra Beitrag veröffentlichen, dann kann ich dir alles in Ruhe zeigen. Spätestens ab nächstem Sommer möchte ich unser Haus auch zwischendurch immer mal wieder vermieten. Wer weiß, vielleicht machst du ja schon bald Urlaub bei mir?



Eine weitere Veränderung ist, dass ich seit Anfang des Jahres bei sehr guten Freunden von mir wohne. Ich brauchte eine Veränderung und musste einfach mal raus, in eine andere Gegend. Wir haben uns schon immer gut verstanden und sind nun zu einer kleinen Familien-WG geworden. Meine Cousine, ihr Mann und deren beiden Töchter, mittlerweile auch mein Bruder und ich. Hier ist immer viel los, aber ich mag das Familienleben mit kleineren Kindern total gerne. Nun muss ich langsam entscheiden, wie es mit meiner eigenen Wohnung weiter geht. Ich liebe meine Wohnung, bin dort aber nur noch sehr selten und könnte das Geld auch sehr gut für andere Zwecke gebrauchen…



Seit Mitte Mai ist nun auch meine langfristige Krankmeldung vorbei. Ich habe mich nach langem überlegen dazu entschieden, meinen Kita-Job zu kündigen. Nun bin ich nur noch selbstständig, mache mein Instagram und arbeite ab Juli für ein spannendes Start-up. Auch dazu erzähle ich dir bestimmt bald noch mehr.
Wie du merkst, bei mir war und ist super viel los. Meine Tage sind gut gefüllt, weshalb ich noch immer sehr auf mich achten muss. Ich bin noch lange nicht wieder so belastbar, wie ich es gerne wäre, merke aber, wie ich nach und nach wieder mehr schaffen kann. Es geht voran und ich bin gespannt, was dieses Jahr noch alles so kommen wird. Grundsätzlich habe ich immer gerne einen Plan, aber es gibt auch Zeiten, da muss man das Leben einfach auf sich zukommen lassen.
Ich freue mich, nun auch hier wieder etwas aktiver zu werden!
xx Josefine
