So schreibst du eine gute Haus-/Bachelorarbeit

Hello my Loves,

ich habe mir Gedanken gemacht, wie ich euch in der jetzigen Zeit etwas Mehrwert bieten kann und bin auf ein Thema gestoßen, bei dem ich nun schon oft um Rat gefragt wurde: Hausarbeiten. Sei es eine klassische Hausarbeit, ein Praktikumsbericht oder sogar eine Bachelorarbeit. Viele von euch schreiben grade an ihrer Bachelorarbeit, haben sie demnächst vor sich oder müssen für die Schule Aufgaben in Form von Hausarbeiten erledigen. Es mag einen am Anfang sehr kompliziert erscheinen, aber so schlimm ist es gar nicht.

Natürlich muss ich dazu sagen, dass alle Tipps keine Garantie sind. Ich kann euch bloß sagen, wie ich es gemacht habe und was mir geholfen hat. Und meine Hausarbeiten, so wie meine Bachelorarbeit waren ganz gut (ich Streber). Das sage ich nicht um anzugeben, aber wenn ich alles nur knapp bestanden hätte, würde es keinen Sinn machen euch Tipps zu geben.

1. Die Themenwahl. Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann wählt ein Thema, das euch interessiert. Man ist direkt viel motivierter, als wenn man gezwungen ist, sich für eine längere Zeit mit einem Thema zu beschäftigen, dass einen bereits nach dem ersten Tag nur frustriert. Außerdem solltet ihr vorher grob recherchieren, ob ihr zu diesem Thema ausreichend Informationsmaterial finden werdet. Es ist viel entspannter direkt loslegen zu können, als ewig zu suchen, bis man das passende Buch oder die passende Website gefunden habt. Denn diese müsst ihr finden. Spätestens in der Bachelorarbeit interessiert niemanden eure persönliche Meinung. Ihr könnt euch noch so gut auskennen, solange ihr es nicht mit einer glaubwürdigen Quelle beweisen könnt, zählt es nicht. Darauf werde ich aber später nochmal eingehen.

2. Informiert euch über die Rahmenbedingungen. Wann ist der letzte Abgabetermin? Wo befindet sich die nächste Bibliothek? Wie viele Seiten müsst/dürft ihr schreiben? Muss die Arbeit als Buch gebunden werden? Wenn ja, wie lange dauert das, wo kann man es machen lassen und was kostet das?

3. Wenn das alles getan ist, kann der eigentliche Teil der Arbeit beginnen. Ich habe mir als allererstes ein provisorisches Inhaltsverzeichnis angelegt. Das hat sich während des Schreibens nochmal verändert, aber der Rahmen ist geblieben. Dieses Verzeichnis stellt eine Art To-Do-Lista da, ihr wisst was ihr schreiben wollt, wisst was ihr schon geschafft habt und könnt euch so ausrechnen, wie viel ihr pro Punkt in etwa schreiben wollt. Es ist sehr wichtig, sich an die Länge zu halten. Diesen Blogpost schreibe ich am Beispiel meiner Bachelorarbeit. Wenn diese zu lang ist, kann es dafür einige Punkte Abzug geben. Der Inhalt kann da noch so toll sein, zu lang ist zu lang. Immerhin ist es auch eine Kunst sich kurz zu fassen und das wichtigste auf den Punkt zu bringen. Meine war zu lang, ich wollte einfach so viel darin unterbringen und habe auch einige Bilder verwendet. In meinem Fall war das aber okay, da ich dies mit meinen Dozenten abgesprochen habe. Man kann natürlich immer über alles reden. Normalerweise reichen für eine Bachelorarbeit oft schon 50-70 Seiten, meine hatte 90 Seiten Text.

Was auch am Anfang hilft, ist sich direkt ein Dokument am Computer anzulegen. Deckblatt, Inhaltsverzeichnis,… Man hat dann ein Gerüst, was man ausfüllen kann und behält einfach den Überblick.

Speichern nicht vergessen! Und zwar oft und an mehreren Orten. Ich habe meine Bachelorarbeit auf meinem Laptop gespeichert, meiner Dozentin regelmäßig per Mail geschickt (so hätte ich ihn zur Not downloaden können) und auf einem Stick gespeichert, den ich immer in meinem Portemonnaie hatte.

4. Beim schreiben bin ich wie folgt vorgegangen. Ich habe mir einen oder zwei Punkte aus meinem Inhaltsverzeichnis ausgesucht, die ich am Tag geschrieben habe. Meist waren das 2-4 Seiten für einen Punkt. Ich habe recherchiert, mit ein paar Büchern gearbeitet, aber hauptsächlich mit dem Internet. Dann habe ich mir handschriftliche Notizen in einem großen Notizbuch gemacht, „Bachelorbuch“ habe ich es genannt. Das müsst ihr natürlich nicht, aber mir hat es geholfen. Diese Stichpunkte habe ich dann im Anschluss am Laptop als Fließtext geschrieben. Ganz wichtig: Vergesst die Quellenangaben nicht! Schreibt sie sofort auf und schiebt das nicht vor euch her. Es mag nerven, wenn man grade motiviert dabei ist seinen Text niederzuschreiben. Aber noch viel schlimmer ist es, wenn man fertig ist und dann alles nochmal durcharbeiten muss. Außerdem findet man die Quellen selten so genau wieder.

5. Das Zeitmanagement. Eine meiner Dozentinnen sagte mal zu mir, 40% der Arbeit finden statt, wenn die Arbeit fertig ist. Da ist was dran. Plant es so, dass ihr viel früher fertig seid, als der Abgabetermin ist. Lest Korrektur. Mindestens zwei Mal. Man findet immer Fehler, formuliert etwas um, ergänzt noch etwas oder lässt etwas weg. Wenn ihr komplett zufrieden seid, dann gebt sie jemandem zum Probelesen. Diese Person sollte natürlich, ganz nett gesagt, in der Lage sein, euch ein hilfreiches Feedback zu geben. Es bringt nichts, wenn eure Uroma eine Arbeit über die neuste Technik bewerten soll, oder euer kleiner Bruder etwas über die neusten Kosmetikprodukte. Ihr wisst schon, was ich meine. Wenn ihr dieses Feedback bekommen habt, denkt darüber nach und übernehmt das in eure Arbeit, was ihr für sinnvoll erachtet. Dann lest nochmal Korrektur. Und nochmal. Beim Korrekturlesen müsst ihr auch immer darauf achten, dass alle Formalitäten noch stimmen. Wenn ihr etwas am Text verändert, stimmen die Seitenzahlen oft nicht mehr, Seitenumbrüche und Abschnitte ergeben keinen Sinn oder ein Bild verrutscht.

6. Zum Schluss möchte ich euch noch ein paar allgemeine Tipps geben, die eine gute Arbeit ausmachen. Ganz wichtig: Es ist etwas formelles, Umgangssprache hat in einer Bachelorarbeit nichts zu suchen! Es sollte so klingen, wie in einem Fachbuch. Auch eine Person, die von dem Thema keine Ahnung hat, sollte nach dem Lesen wissen worum es geht. Genauso wenig interessiert eure eigene Meinung. Bei allgemeinen Hausarbeiten, Praktikumsberichten,… wird vieles nicht so streng gesehen. Informiert euch da aber vorher besser.

Macht eure Sätze nicht zu lang. Lieber mehrere kurze Sätze, das lässt sich besser lesen. Schreibt ruhig kritisch, aber nicht bewertend. Wie gesagt, eine eigene Meinung hat in der Bachelorarbeit nichts zu suchen.

Nutzt Bilder. Eure Arbeit wird von Menschen kontrolliert und vielleicht sogar mehrere Male gelesen. Vielleicht ließt dieser Dozent viele Bachelorarbeiten hintereinander. Es ist optisch schöner und auch angenehmer zu lesen, wenn man immer mal wieder ein Bild dazwischen hat. Dieses sollte natürlich zum Thema passen aber man findet immer etwas. Diese Bilder sollten eine gute Qualität haben und nicht etwa total verpixelt sein.

Nutzt besondere Quellen. Wie wäre es mit einem Interview, das ihr mit einem Experten aus eurem Themenbereich führt?

Es ist eine kurze Arbeit oder ihr habt nur mit wenigen Quellen gearbeitet? Das mag zwar nicht der professionellste Tipp sein, aber sucht euch mehr Quellen und bringt diese mit unter. Letztendlich reicht es ja, wenn ihr ein Zitat übernehmt… und schon könnt ihr die Quelle im Quellenverzeichnis mit angeben. Wer gerne mit dem Internet arbeitet, kann so noch ein paar Bücher integrieren. Oder andersherum. Auch hier sollte aber natürlich alles Sinn ergeben, etwas ausdenken ist verboten.

Nutzt glaubwürdige Quellen. Bei Büchern ist es nicht so schwer, bei Internetquellen nutzt nur Beiträge, bei denen ein Autor und ein Datum angegeben sind. Wikipedia ist nicht gerne gesehen.

Wenn alles fertig ist, könnt ihr eure Arbeit abgeben, Binden lassen, oder wie auch immer das Ganze aussehen muss. Spart bitte nicht am falschen Ende. Es mag nicht ganz günstig sein, seine Bachelorarbeit drucken und binden zu lassen. Aber es macht nunmal etwas her, wenn euer Dozent ein richtiges Buch in den Händen hält. Achtet bitte auch darauf, dass das Papier dick genug ist, so dass nichts durchscheint.

Ich hoffe meine Erfahrungen konnten euch ein bisschen helfen. Wenn ihr noch fragen habt, dann schreibt mir gerne.

xx Josefine

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