Geduld – Was ist das eigentlich?

Geduld oder auch geduldig sein, Themen mit denen wir uns alle auseinander setzen müssen, ob wir es wollen oder nicht. Ich habe mir die Definitionen von Geduld genauer angeschaut und dieses Wort wird als „Ausdauer im ruhigen, beherrschten, nachsichtigen Ertragen oder Abwarten von etwas“ definiert. Oder auch „ruhiges und beherrschtes Ertragen von etwas, was unangenehm ist oder sehr lange dauert“. Geduld wird als etwas negatives dargestellt. Aber warum ist das so? Für mich bedeutet Geduld so viel wie warten, das Warten auf einen bestimmten Anlass, oder das allgemeine Abwarten darauf, das etwas passieren wird.

Aber kann Geduld nicht auch etwas positives sein? Das Verharren in dem Moment? Ja vielleicht auch die Ungeduld, aber gleichzeitig auch Vorfreude, auf einen besonderen Anlass. Ich glaube Geduld ist in unserer schnelllebigen Gesellschaft zu etwas Negativem geworden, da sie mit Zeit zu tun hat, oft einer unbestimmt langen Zeit, die wir Menschen nicht haben oder viel mehr uns nicht nehmen wollen.

Ich bin nicht gut darin, geduldig zu sein oder abzuwarten. Wenn ich eine Idee habe oder mir etwas wünsche, dann will ich, dass es sofort passiert. Wenn dies nicht der Fall ist, dann werde ich schnell demotiviert, es überkommt mich der Gedanke, dass ich dieses oder jenes nie haben oder erreichen werde. Die Situation wird zu etwas Negativen. Kennst du das Gefühl? Dabei handelt es sich meist um größere Sachen. Es ist kein Problem für mich, auf der Arbeit einem Kind dabei zuzuschauen, wie es eine halbe Stunde lang ein Puzzle zusammensetzt, das aus fünfzehn teilen besteht. Aber wie fühlt es sich an, wenn man die Hälfte seines Studiums geschafft hat, der anfängliche Motivationsschub schon lange vorbei ist und einem die nächsten zwei Jahre wie mindestens zwanzig erscheinen? Oder du endlich deine Bachelorarbeit schreiben darfst, nach drei Tagen die erste Seite steht, aber noch achtzig weitere auf dem Plan stehen? Oder alle anderen losgehen und sich das aktuellste iPhone gönnen, du aber noch immer das Modell von vor drei Jahren besitzt, da du nicht so viel sparen kannst? Wie ist das, wenn alle aus deinem Freundeskreis ihren Traummann/Frau längst gefunden haben, du aber immer noch ´alleine´ durch die Gegend ziehst? Was ist wenn du krank wirst und kein Ende dieser Krankheit in Sicht ist? Was machst du dann? Wie schnell resignieren wir und stellen uns darauf ein, dass wir nie einen Abschluss haben werden, dass wir immer alleine bleiben werden, dass wir nie wieder gesund werden werden. Dass wir vermutlich das nächste Jahr eh nicht überleben.

Dabei werden diese negativen Gedanken in den seltensten Fällen zur Realität. Bisher habe ich fast immer erreicht, was ich erreichen wollte. Nicht unbedingt sofort, oder in dem Tempo, in dem ich es gerne würde. Aber wenn man etwas wirklich will, warum sollte es dann nicht funktionieren?

Dieses Warten ist so schwer, da wir uns selbst so sehr unter Druck setzen lassen. Ich übe mich grade darin geduldiger zu werden und zu lernen, mich auf das hier und jetzt zu konzentrieren. Man nennt es auch radikale Akzeptanz. Lernen, das Beste aus den Umständen zu machen, egal wie sie aussehen. Unser Glück muss nicht von unseren Umständen abhängig sein. Wichtiger ist es, dass wir uns selbst akzeptieren können und mit uns selbst im Reinen sind. Was kann dir helfen, geduldig zu sein, positiv zu denken und auch einfach zu erwarten, dass das Realität wird, was du dir wünscht? Einige manifestieren, mir hilft mein Glaube. Ich bin davon überzeugt, dass Gott nur das Beste für mich will und er zur richtigen Zeit, das Richtige geschehen lassen wird. Meine Aufgabe ist es ganz einfach geduldig zu sein, abzuwarten, gleichzeitig aber nicht stillzustehen, sondern in Bewegung zu bleiben, offen zu sein, für neue Situationen, Chancen und Begegnungen. Was hilft dir?

Gestern Nachmittag habe ich eine ganze Weile damit verbracht, darüber nachzudenken, was ich eigentlich will. Ich habe mir all das einfach mal aufgeschrieben. Oft hilft es, Dinge aufzuschreiben, auch wenn es einem anfangs ungewohnt erscheint. All das, was ich aufgeschrieben habe, ist nichts unmögliches oder ungewöhnliches. Viele Dinge, die einem zunächst so weit weg scheinen, sind plötzlich gar nicht mehr so unerreichbar, wenn man genauer darüber nachdenkt. Nur sind sie jetzt grade noch nicht dran. Meine Challenge ist es nun zu lernen, geduldig zu sein. Ohne schlechtes Gewissen warten zu können und mich selbst nicht unter Druck zu setzen. Kannst du das? Unser Leben wird viel entspannter sein, wenn wir dies schaffen.

xx Josefine

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