Nachhaltig Leben ohne Verzicht

Hallo ihr Lieben!

Im März schrieb ich einen Blogbeitrag über das Thema Nachhaltigkeit und hier folgt heute eine Fortsetzung. Heute möchte ich Euch ein paar Ideen vorstellen, wie Ihr nachhaltiger leben könnt, ohne großartig auf etwas verzichten zu müssen. Hauptsächlich wird es wieder um Kleidung gehen, Ihr könnt diese Tipps aber natürlich auf alle Bereiche beziehen. Zum Schluss stelle ich Euch dann noch ein paar Marken vor, bei denen es nachhaltige und/oder fair produzierte Kleidung zu kaufen gibt. Wie auch sonst handelt es sich hier um meine persönliche Meinung, die ich mit Euch teilen möchte. Wenn  Ihr noch andere Ideen habt, dann hinterlasst gerne einen Kommentar.

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*enthält Werbung

Ein Großteil unserer Kleidung wird in asiatischen Entwicklungsländern produziert. Dort herrschen keine guten Arbeitsbedingungen und die Arbeiter/innen sind großen Gefahren ausgesetzt, um unsere Sachen zu produzieren. In diesem Beitrag habe ich etwas genauer darüber berichtet.

Es gibt zunehmend mehr Labels auf dem Markt, die dies nicht richtig finden. Deshalb haben sie sich andere Wege überlegt, wie man Kleidung produzieren kann, ohne dass es der Umwelt und/oder den Menschen zu sehr schadet. Dabei sind einige sehr spannende Produktionsweisen entstanden. Wenn man seine Sachen bei diesen Labels kauft, hat man also nicht nur ein „besseres“, sondern auch ein ganz besonderes Kleidungsstück.

Wer seine Sachen aber weiterhin von den Marken kaufen möchte, bei denen er es jetzt tut, muss dies nicht unbedingt ändern. Auch so kann man durch ein paar kleine Veränderungen einiges bewirken.

Jeder kann etwas tun!

Zu denken, dass man eh nichts verändern kann und dass das Handeln eines einzelnen Menschen nichts bringt, ist falsch. Da viel zu viele so denken und keiner den Anfang machen möchte, verändert sich auch zu wenig. Einfach anfangen und nicht ewig vor sich herschieben.

Wo und wie einkaufen? 

Wart Ihr schonmal auf einem Flohmarkt oder in einem Secondhand-Shop? Viele stößt der Gedanke ab, Kleidung zu tragen, die schon ein Mensch zuvor anhatte. Bestimmte Dinge würde auch ich nicht gebraucht kaufen, wie etwa Unterwäsche oder Badesachen. Aber alles andere? Wer kennt es denn nicht, man kauft sich etwas, trägt das neue Teil 1-2 Mal und dann gefällt es einem nicht mehr. Bei den meisten liegt es dann ewig im Schrank, sie schmeißen es weg oder geben es weiter. Zumindest auf Flohmärkten sehe ich ja sogar, wem das Kleidungsstück vorher gehörte. Ich habe kein Problem damit, von einem gepflegten Menschen Kleidung zu kaufen, die er schon getragen hat. Jeder hat hochwertige Waschmaschinen zur Verfügung und danach ist das Kleidungsstück wie neu. Der Vorteil? Ihr unterstützt nicht, dass immer mehr Neuware produziert werden muss. Das was Ihr kauft ist schon da und Ihr gebt dem Teil eine zweite Chance. Ein weiterer Vorteil, Ihr spart sehr viel Geld. Wenn ich Secondhand kaufe, kaufe ich fast ausschließlich von Marken, die ich mir sonst nicht leisten könnte und bezahle für die Sachen 3-10% des Originalpreises. Deutlich weniger, als würde ich bei einem billigen Discounter kaufen.

Nicht in den Müll!

Schmeißt Eure Kleidung niemals in den Müll! Das ist nicht nur schlecht für die Menschen und die Umwelt, sondern auch sehr entwürdigend für die Menschen, die eure Kleidung hergestellt haben. Die alte Kleidung wird oft in die Länder transportiert, in denen auch produziert wird. Die Leute leben dort neben riesigen Müllbergen, die aus dem bestehen, was sie anfertigen mussten, gemischt mit diverse anderen Müll… und nein, die Sachen können sie in den meisten Fällen nicht mehr benutzen. Wenn Ihr eure Sachen loswerden wollt, dann verkauft, verschenkt oder spendet sie und wenn euch das zu kompliziert ist, dann gebt sie in einem Modegeschäft ab. Mittlerweile kann man getragene Sachen sogar in Geschäften wie H&M abgeben und bekommt oft noch etwas dafür.

Upsycling

Dieser Punkt ist sicher nicht für jeden etwas, aber für alle Kreativen unter euch, könnte das sehr spannend sein. Upsycling bedeutet, aus etwas altem etwas neues zu machen. Wie? Das ist Euch überlassen, aber wenn Ihr ein bisschen recherchiert, findet ihr tolle Ideen.

Muss das sein?

Bevor ich etwas kaufe, frage ich mich immer: Brauche/Will ich das wirklich? Ich mache mir bewusst, dass das Kleidungsstück von einem Menschen hergestellt wurde, dem es dabei wahrscheinlich sehr schlecht ging. Ich schaue auf das Material (ich mag zum Beispiel kein pures Plastik an mir tragen) und das Herstellungsland. Oft möchte ich das Teil denn gar nicht mehr, besonders wenn mir dann einfällt, dass ich schon fünf ähnliche im Schrank habe. Lernt das was Ihr habt zu schätzen und seht jedes Teil als etwas besonderes, in das viel Arbeit gesteckt wurde. Und wenn Ihr es wirklich unbedingt haben wollt und Euch sicher seid, dass Ihr es mehr als nur eine Saison tragen werdet? Dann kauft es. Ich finde, wenn man immer mit dieser bewussten und wertschätzenden Einstellung einkaufen geht, dann kauft man automatisch weniger und muss auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn man mal etwas kauft.

Kleidung leihen

Mittlerweile besteht auch die Möglichkeit, dass man sich Kleidung nur ausleiht. So spart man nicht nur viel Geld, sondern verhindert auch, dass die Sachen im Schrank vergessen werden. Besonders Sinn macht es bei Kleidungsstücken, die man nur selten braucht, wie zum Beispiel Abendkleidern, Umstands- oder auch Baby- und Kinderkleidung.

Auf Siegel achten

Wer sich nicht sicher ist, ob das Kleidungsstück „gut“, „fair“ und/oder „umweltschonend“ ist, kann auf Siegel achten, mit denen geprüfte Kleidung qualifiziert wird. Mit zu den bekanntesten gehören die Siegel von der Fair Wear Foundation, dem Global Organics Textile StandardFairtrade, dem IVN und Öko-Text.

Auf den Used Look verzichten

Wenn Ihr das mit eurem modischen Gewissen ausmachen könnt, verzichtet auf Teile im Used Look. Diesen Look bekommen die Teile meistens, indem sie mit Sandstrahl bearbeitet werden. Die Arbeiter/innen die dieses tun, atmen den feinen Staub ein, was sehr gefährlich ist. Sie bekommen Lungenkrankheiten, deren Behandlung sie sich nicht leisten können und nicht wenige bezahlen dafür mit ihrem Leben.

Verzichtet auf Chemikalien

Es gibt Kleidung die aus Chemiefasern, zum Beispiel Polyester, hergestellt wird und welche die aus Naturfasern, zum Beispiel Baumwolle, hergestellt wird. Jede Art von Textilien hat Schattenseiten und wenn möglich, sollten wir nur noch Biobaumwolle tragen. Das tue ich nicht, einfach weil es bisher leider nicht viele Marken gibt, die dieses Material verwenden. Achtet dennoch darauf, selbst bei H&M gibt es vereinzelt Stücke, aus diesem Material. Wenn ich mich entscheiden muss, zwischen Chemie- und Naturfasern, wähle ich immer Naturfasern. Ich mag es einfach gar nicht, wenn man etwas auf der Haut trägt, das nur aus Plastik besteht. Von den nervig aufgeladenen, langen Haaren, mal ganz zu schweigen… Wenn Ihr etwas kauft, das die Bezeichnung „knitterfrei“, „bügelfrei“ oder „vor dem Tragen waschen“ trägt, könnt Ihr euch sicher sein, dass besonders viele Chemikalien eingesetzt wurden, die schlecht für die Umwelt, aber auch für Euch sind.

Keine Plastiktüten

Tragt eine faltbare Stofftasche bei euch und verzichtet auf Plastiktüten. Warum? Ich denke das weiß jeder von euch selbst. Plastik vermeiden ist zur Zeit allgemein ein großes Thema. Viele Geschäfte greifen auf Verpackungsmaterial aus Papier zurück, dies ist allerdings auch nicht viel besser. Denn woraus besteht Papier? Richtig, aus Holz…

Jetzt möchte ich Euch noch einige Labels vorstellen, die sich bemühen fair und/oder nachhaltig herzustellen. Keine Marke ist perfekt und man unterstützt mit seinem Einkauf immer eine weitere Produktion. Dennoch finde ich es toll, dass es immer mehr Marken gibt, die sich bemühen. Gleichzeitig muss ich Euch aber mit dem Begriff „Greenwashing“ vertraut machen. Firmen die „Greenwashing“ betreiben, verschaffen sich einen nachhaltigen und positiven Ruf, der aber nicht der Wahrheit entspricht. Sie legen sich sozusagen ein „grünes Image“ zu, was nicht echt ist. Seid deshalb immer kritisch und vertraut nicht jeder Werbung.

Hier eine kleine Auswahl an Marken, die Rücksicht auf Menschen und/oder die Umwelt nehmen:

Jan ´n June

Malimo

Lillika Eden

Alma & Lovis

Lanius

Gary Mash (Shop)

Kuyichi

Hempage

Lana

Daily´s nothings better

Manomama

Living Crafts

Twothirds

Knowledge Cotton Apparel

Gotsutsumu

People wear organic

Sense Organics

Maxomorra

Bleed

People Tree

ThokkThokk

Wunderwerk

Cyroline

Armed Angels

Goodsociety

Recolution

Avocadostore (Shop)

Natürlich gibt es noch viele weitere tolle Shops! (:

Ich hoffe, dass ich Euch etwas inspirieren konnte. Ich bin mir sicher, jeder findet einen Bereich, in dem er dazu beitragen kann, etwas zum positiven zu verändern.

 

 

 

 

 

 


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