autumn again

Heute ist der erste so richtige Herbsttag. Mit Sturm und ganz viel Regen. Bisher hatten wir einen sehr schönen Herbst, der fast schon zu warm war. Für das richtige Herbst-Feeling braucht man diese ungemütlichen Herbsttage einfach. Ich habe vor etwa einem Jahr schon einen ähnlichen Post geschrieben, mit einigen Ideen, was man im Herbst alles machen kann. Du kannst ihn hier nachlesen.

Würde ich nun wieder einen Blogpost mit herbstlichen to-do´s schreiben, würde dieser ganz ähnlich aussehen, weshalb ich heute darauf verzichte. Schaue aber sehr gerne bei meinem Blogpost aus dem letzten Jahr vorbei. Mir geht es im Herbst oft so, dass mir einfach die Ideen fehlen, was man alles schönes machen kann. Meistens bestehen meine Tage zu dieser Zeit nur aus Arbeit, es sei denn ich nehme mir etwas anderes bewusst vor.

Was ich mir für diesen Herbst wieder bewusst vorgenommen habe, ist rauszugehen. Bisher hat das auch ganz gut geklappt. Das Wetter war super und ich habe im Oktober schon so einige Wanderungen mit den Mädels gemacht. Auch diverse Kürbisbrote habe ich schon gebacken und Kerzen stehen bei mir auch überall bereit. Dieses Jahr habe ich mich auch ein bisschen mehr mit herbstlicher Dekoration auseinander gesetzt, da ich ja in diesem Sommer umgezogen bin. Es ist noch nicht alles so, wie ich es haben will, aber es nimmt langsam Gestalt an.

Während ich über diesen Blogpost nachdachte, habe ich auch darüber nachgedacht, was sich alles innerhalb der letzten 12 Monate verändert hat. Viel, aber auch doch wieder nichts. Letztes Jahr im Oktober habe ich eine Woche Urlaub in Schweden gemacht, zusammen mit meiner Mama und meiner Schwester. Wir befanden uns mitten im Lockdown, weshalb es bis zu Beginn der Reise unklar war, ob wir diese überhaupt machen können. Es hat aber alles geklappt und wir hatten einen super schönen Urlaub, grade rechtzeitig, denn danach war das reisen nach Schweden erstmal nicht mehr so einfach erlaubt.

Und jetzt? Der offizielle Lockdown ist vorbei und die Menschen gehen so langsam wieder ihrem Alltag nach. Zumindest scheint es so, aber der Schein kann auch trügen. Letztes Jahr saßen wir alle Zuhause, alleine, aber doch irgendwie gemeinsam, weil es allen gleich ging. Auch wenn es einen räumlich voneinander trennte, brachte es einen näher zusammen. Und jetzt? Einige Menschen leben wieder ihr scheinbar normales Leben, während andere noch immer Zuhause sitzen, ausgeschlossen und ja, teilweise sogar diskriminiert. Von Zusammenhalt ist nicht mehr so viel zu merken und wir sind auf dem besten Weg, unsere Gesellschaft in zwei Gruppen zu teilen. 1G, 2G, 3G… wer hat das erfunden? Was vielleicht mal als sinnvoller Gedanke begann, bewegt sich in eine gefährliche Richtung. Unabhängig davon zu welchem G ich gehöre, diese Situation belastet mich. Mehr als das Zuhause sitzen und gar nichts machen dürfen. Und ja, manchmal mache ich mir Sorgen, was ich wohl nächstes Jahr im Oktober schreiben werde. Natürlich kann uns ein Virus körperlich krank machen. Aber hat mal jemand darüber nachgedacht, was dieser Virus mit unseren Köpfen anstellt, mit jedem von uns, egal ob wir nun infiziert sind oder nicht?

Ich versuche die Dinge hinzunehmen wie sie sind, muss ich ja auch. Dennoch legen sie sich wie ein dunkler Schleier auf die aktuelle Zeit. Es herrscht eine bedrückte Stimmung und so ganz ignorieren kann man sie einfach nicht. Dann gibt es die Menschen wie mich, die auch so in einem ständigen Kampf mit ihrer Psyche und den Gedanken in ihrem Kopf leben. Es gibt gute und schlechte Phasen. Grade habe ich keine gute Phase. Auch das versuche ich einfach zu akzeptieren und weiterzumachen, wie sonst auch. Aber das in Kombination mit all den anderen Problemen, von denen man tagtäglich umgeben ist, ist schon hart. Ich bin gut darin, einfach zu funktionieren. Aber ich merke, wie auch dieser Funktionsmodus langsam nicht mehr so gut funktioniert, wie ich es möchte. In diesem Herbst muss ich mich also auch viel mit dem Thema Gesundheit auseinandersetzen. Wie geht es weiter? Was will ich tun und was muss ich vielleicht sogar tun?

Ich möchte versuchen, mir für den Rest des Jahres auch immer wieder Zeit zu nehmen, nichts zu tun. Wann hast du das letzte Mal einen ganzen Tag nichts getan? Manchen mag das leichter fallen, anderen schwerer. Aber ich glaube, dass das super wichtig ist. Und ich habe festgestellt, dass ich diese freien Tage zuhause total gerne mag. Einfach spontan entscheiden, was man machen möchte. Keine Termine, keine Aufgaben und wenn es Verabredungen gibt, dann nur ganz spontan.

Auch wenn ich es erschreckend finde, dass sich das Jahr schon wieder dem Ende neigt, freue ich mich auf die Weihnachtszeit. Vielleicht wird es sogar noch einen kurzen Urlaub geben. Außerdem freue ich mich darauf, einen kleinen Menschen kennenzulernen, der in diesem Oktober das Licht dieser Welt entdeckt hat. Ich freue mich darauf Adventskalender zu basteln, meine Wohnung (hoffentlich) fertigzustellen und meine eigene Küche einzuweihen. Ich freue mich auf weitere Jobs, spannende Kooperationen und weihnachtliche Fotoshootings. Ich freue mich auf vieles, wenn ich so darüber nachdenke.

Ich habe gehofft, einen etwas positiveren Blogpost schreiben zu können. Manchmal macht es aber einfach keinen Sinn, alles schön zu reden. Manchmal muss man auch sagen, wie es wirklich ist. Wir leben in einer so verrückten Zeit, dass man schnell den Überblick verliert, was nun Realität und was einfach nur eine gruselige Show ist. Das will ich nicht. Ich bin optimistisch, dass auch wieder bessere Zeiten kommen und das in jeder Hinsicht. Egal wie es dir zur Zeit geht, bleibe aufmerksam, kümmere dich auch um dich selbst und versuche dich auf die schönen Dinge zu fokussieren.

xx Josefine

Ein Kommentar zu „autumn again

  1. Hallo Josefine, ich finde den Post gar nicht so negativ. Vielleicht bringt es den einen oder anderen ja auch mal zum Nachdenken. Du hast die Dinge auf den Punkt gebracht, und die Richtung in der Gesellschaft geht ja auch wirklich grad sehr in eine schlimme Richtung. Je mehr das so erkennen, um so besser. Und zum Schluss machst du Hoffnung auf die Weihnachtszeit und alle Dinge, auf die man sich doch auch freuen kann.
    Vielen Dank und weiter so. 😘

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